Am Montag, dem 21. Dezember, zum Tag der Wintersonnenwende folgten wir wie schon oft in der Vergangenheit einer Einladung aus Jena an der dortigen Zeremonie teilzunehmen.
Am Ort der Feier angekommen schritt man in 2er-Reihen unter Trommelschlag und Geigenspiel zur Feuerstelle, wo man letztlich Aufstellung nahm. Eine einleitende Ansprache führte uns noch einmal die Bedeutung des Festes vor Augen und dass man hier nicht einfach bloß registriert hat, dass dies die längste Nacht im Jahr ist. Es wurde eingegangen auf die Varusschlacht vor genau 2.000 Jahren und darauf, dass die Situation damals ähnlich ausweglos erschien wie heute und der übermächtig erscheinende Gegner dennoch bezwungen wurde. Außerdem feiert man an diesem Tag die Wiedergeburt des Lichts, das mit den wieder länger werdenden Tagen in das Leben zurückkehrt. Desweiteren sollte man diesen Tag für sich selbst nutzen um über sich selbst nachzudenken und darüber ob man mit seinem Tun stets das beste für sich und die Gemeinschaft bewirkt.
Der bewegenden Rede folgten die Anrufung der Himmelsrichtungen, die daraufhin gemeinsam das Feuer entzündeten. Das Feuer brannte und wir sangen gemeinsam das Lied “Flamme empor”. Nun folgte der Vortrag der Feuersprüche, die ein jeder für sich selbst persönlich ausgewählt hatte und die Zettel mit den guten Vorsätzen fanden ihren Weg ins Feuer. Symbolisch für den Weg aus dem Dunkel schritt während des Lied “ein junges Volk steht auf” ein Fahnenträger zum Feuer und platzierte die schwarze Fahne von Jena an einer präparierten Stelle.
Es folgte noch ein Redebeitrag, dem sich eine Schweigeminute anschloss, in der man noch mal in sich gehen konnte und in der man den Freunden und Gefährten gedachte, die im Kampf gegen das System und um die Erhaltung ihrer Art ihr Leben oder ihre Freiheit ließen. Schließlich könnte auch ohne deren Einsatz, unser Widerstand nicht so funktionieren wie er es tut. Abgeschlossen wurde der zeremonielle Teil mit dem Singen des Liedes “Wenn alle untreu werden”.

Man lies den Abend in gemeinschaftlicher und mystischer Atmosphäre bei bester Aussicht auf die Saalestadt ausklingen und man blickt voller Hoffnung und Zuversicht ins Jahr 2010. An dieser Stelle nochmal der Dank an die Kameraden aus Jena für die gewohnt gute Zeremonie und auf weiterhin gute Zusammenarbeit.
Und brennt auch das Feuer auf heimlichen Plätzen in den Mulden und Gräben und hinten im Tal - es brennt doch nach uralten, heil’gen Gesetzen und ist uns ein uraltes, heiliges Mal. Können wir unser Fest auch nicht offen begehen und feiern es so, wie der Kampf es gebeut, denn in uns ist Hoffnung, daß nie wird vergehen der Brauch uns’rer Ahnen auch in künftiger Zeit. Hoch schlagen zum nächtlichen Himmel die Flammen, hoch schlagen die Herzen – frei ist unser Sinn. So wie wir hier stehen: im Kreise zusammen. so sind wir des werdenden Volkes Beginn.

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