Das „Hotel am Stadtpark” wird abgerissen.

Viele Delmenhorster und Delmenhorsterinnen werden sich noch gut an die Aufregung um die angeblichen Hotelkaufpläne des Hamburger Anwalts und NPD-Landesvorsitzenden Jürgen Rieger erinnern können. Wir blicken zurück: Nachdem dieser 2006 verkündet hatte, das heruntergewirtschaftete „Hotel am Stadtpark“ erwerben und zu einem nationalen Schulungszentrum umfunktionieren zu wollen, sah die Delmenhorster Stadtverwaltung um Oberbürgermeister Patrick de La Lanne das sowieso schon angeschlagene Image der Stadt gefährdet. Rieger gab an, für das leer stehende Hotel einen den eigentlichen Wert der Immobilie um mehr als das doppelte übersteigenden Preis von 3,4 Millionen Euro zahlen zu wollen.

Es folgte die übliche öffentliche Dramatik und Empörung seitens der etablierten Politik, vermeintlich „zivilcouragierter“ Gutmenschen und den aus Bremen unterstützten Nachwuchs-„Antifaschisten“. Im Dezember hatte das Hin- und Her schließlich ein Ende: die „Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft“ (GSG) erwarb das Hotel vom Vorbesitzer Günther Mergel für einen wahnwitzigen Preis von drei Millionen Euro, der zu einem Drittel aus Spendengeldern gespeist wurde. Oberbürgermeister de La Lanne zeigte sich „stolz und erleichtert“, schließlich habe man „den Marathonlauf gegen die Nazis und ihre Absichten gewonnen“. Ob die Stadt und die spendenfreudigen Bürger/innen irgendetwas „gewonnen haben ist allerdings fraglich – denn nach eineinhalb Jahren laufender Kosten und vergeblicher Suche nach einem Verwendungszweck für das ungenutzte Hotel hat der Delmenhorster Stadtrat am 25. Juni beschlossen, dass das „Hotel am Stadtpark“ im Februar 2009 abgerissen wird!

Die Stadt hat also trotz ihrer – allgemein als angespannt bekannten – finanziellen Situation drei Millionen Euro verschwendet und zeigt sich dabei auch noch „stolz“ (de La Lanne). Ob Rieger das Hotel nun tatsächlich kaufen wollte oder nicht sei dahingestellt, im Prinzip spielt es gar keine Rolle. Denn:  Vor lauter Aufregung um die „Nazis“ hat die etablierte Politik drei Millionen Euro aus dem Fenster geschmissen, die den Menschen in unserer Stadt nicht zugute gekommen sind: Es fehlt an Bildungs-, und Freizeit- und kulturellen Alternativen für uns Jugendliche, deren Interessen man mal wieder vollkommen vergessen hat, aber für das saubere Image einer alles andere als sauberen Stadt ist dann doch noch Geld da. Einfach nur peinlich, Herr de La Lanne!