Die „Antifa in Delmenhorst” löst sich auf.

Etwa ein Vierteljahr nachdem sich in Delmenhorst und Umgebung junge Menschen zur „Aktionsgruppe Delmenhorst” zusammengetan haben, um sich für Alternativen – natürlich im kleinen Rahmen – zum kapitalistischen Alltag und für Freiräume nationaler Jugendlicher einzusetzen, hat die über zwei Jahre mal mehr, mal weniger aktive „Antifa in Delmenhorst” ihre Selbstauflösung erklärt. Als Gründe werden der Aktivität nationaler Sozialistinnen und Sozialisten und (deren) „massive[n] Anti-Antifa-Aktionen” auch das repressive Verhalten von Polizei und Justiz , die bürgerliche Provinzpresse, sowie der in der Antifa brodelnde, szeneninterne Konflikt zwischen Antiimperialisten und Antideutschen genannt. Nachdem Felix Lehmann als wichtiges Bindeglied der Gruppe vor kurzem nach Oldenburg verzogen ist (um dort seinen Zivildienst abzuleisten) scheinen die restlichen „Antifaschisten” erkannt zu haben, dass Antifa sein nicht mehr nur auf die Schulter geklopft zu bekommen bedeutet, sondern eben auch, Probleme zu kriegen.

Willkommen in unserer Welt.

Probleme – mit nationalen Jugendlichen, die sich den „Kampf gegen Nazis” nicht in der passiven Opferrolle gefallen lassen wollen, sondern in die Offensive gehen; Probleme mit den staatlichen Repressionsorganen; Probleme mit einer bürgerlichen Gesellschaft, die jugendliche (radikale) Politik gerne aus ihrer „heilen Welt” verdrängt. Alles Probleme, mit denen wir nationalen Sozialistinnen und Sozialisten schon lange und in schärferem Ausmaß als die „Antifaschisten” zu kämpfen haben, sei es nun in Form von Bullenterror, „Outingaktionen” und Übergriffen, Schwierigkeiten im Schul- und Berufsleben, der Rolle, in die die Gesellschaft uns zu drängen versucht (…) – dennoch kämpfen wir für unsere Rechte, anstatt wie die Antifa zu heulen, weil deren Abenteuerspielplatz zur Straßenrealität geworden ist.

Waren „Anti-Antifa-Aktivitäten” notwendig?

Mensch wird sich vielleicht fragen, inwiefern unsere Forderung nach Meinungsfreiheit mit so genannten „Anti-Antifa-Aktivitäten” vereinbar ist. „Anti-Antifa-Aktivität” – das bedeutet Recherche, Aufklärung und Aktion: Recherche, um sich ein Bild von Strukturen und Funktionsweisen der Antifa machen zu können; Aufklärung, um Kameradinnen und Kameraden vor „Outings”, Übergriffen und ähnlichen Übeln zu schützen und der Öffentlichkeit die Widersprüchlichkeit des „antifaschistischen” Selbstverständnis vor Augen zu führen; Aktionismus, der der Situation angemessen ist.

Noch bis vor kurzem beanspruchte die Antifa Delmenhorst für sich. Auf Aufklebern hieß es so „Es ist unsere Stadt – den antifaschistischen Widerstand organisieren” und in ihrem Blog „warnten” sie großspurig „Finger weg von unserer Stadt!”. Menschen, die von den selbsternannten „Antifaschisten” als „Nazis” abgestempelt wurden, wurden öffentlich (sei es im Internet oder im realen Leben), mit Bildern und persönlichen Daten „geoutet”, Familie, Arbeitgeber und Nachbarn angeschrieben und (des-)„informiert”. Vor dem Auftreten autonomer Nationalistinnen und Nationalisten geschah das in Delmenhorst zwei Jahre lang nahezu ohne Widerstand. Eine neue Generation nationaler Sozialisten jedoch wollte diese „Opferrolle” nicht einnehmen und entschied sich für offensive Gegenwehr – denn ohne wäre effiziente und „positiv” bestimmte Politik in Delmenhorst nicht möglich gewesen. „Anti-Antifa-Arbeit” war also notwendig: Auch wenn wir uns eigentlich lieber auf wichtigere Themenfelder wie die soziale Frage konzentriert hätten, mussten Freiräume und die Möglichkeit, seine Meinung öffentlich zu äußern erst erkämpft werden.

Und jetzt?

Zwar ist es nicht unwahrscheinlich, dass Einzelpersonen aus der aufgelösten Delmenhorster Antifa weiterhin aktiv sein wollen, woraus aber eher nichts ernstzunehmendes hervorgehen wird. So wurde kurz nach Erscheinen der Auflösungserklärung ein 17-Jähriger Delmenhorster mit Flugblättern in seiner Nachbarschaft „geoutet”, in denen fälschlicherweise erklärt wurde, er gehöre zur „Aktionsgruppe Delmenhorst”. Vermutlich wollten die beteiligten „Antifaschisten” um Ugur Sevimli damit zeigen, dass es sie noch gibt – gezeigt haben sie aber lediglich ihre Verzweiflung sowie ihre Struktur- und Informationsschwäche.

Nachdem sich die „Antifa in Delmenhorst” mit ihrer Auflösungserklärung und einem total fehlinformierten „Outing” ein letztes mal lächerlich gemacht hat, werden wir uns in Zukunft wichtigeren Aktionsfeldern zuwenden können, denn letztlich ist es nicht ein Machtkampf mit politischen Gegnern, den wir wollen, sondern Jugendlichen eine Perspektive, eine zusammenhaltende Gemeinschaft zu bieten, die für ein alternatives Leben, für Freiheit und kreativen Widerstand steht.

Unsere Stadt – autonom, radikal, national!