Dem Überwachungsstaat die Zähne zeigen.

Es ist mal wieder soweit: Der Verfassungsschutz ist mit seiner Wanderausstellung „gegen Rechtsextremismus“ in Delmenhorst, eröffnet wurde sie am Abend des 25. Februar im Rathaus. Doch der übliche Sektempfang für die blitzlichtfixierte Provinzprominenz aus Amtsträgern und bürgerlichen „Linken“  dürfte durch den Protest wütender Jugendlicher einen bitteren Beigeschmack gehabt haben.


„De la Lanne – du kotzt uns an!“.

Nationalisten hatten kurzfristig eine Mahnwache auf dem Rathausplatz angemeldet, um dem Inlandsgeheimdienst und seinen Freunden – allen voran Oberbürgermeister Patrick de la Lanne – zu zeigen, was sie von Überwachungsfetischismus und Kriminalisierungsversuchen ihrer politischen Aktivität halten.  Etwa zwanzig Kameradinnen und Kameraden aus parteifreien Gruppen und JN versammelten sich mit Fahnen und Transparenten auf dem Rathausplatz, um ihrer Wut auf ein sozial inkompetentes, aber „sicherheitsfanatisches“ System  Luft zu machen. Obwohl lautstark aufgefordert, herauszukommen, ließ sich de la Lanne selbst allerdings nicht mehr in der Nähe des Protests blicken. Dafür kam es am Rande vereinzelt zu Flugblattverteilungen und Gesprächen mit interessierten Menschen verschiedener Couleur (das Flugblatt könnt ihr hier einsehen oder hier herunterladen!).

„Ich als autonomer Nationalist stehe heute hier, weil der Verfassungsschutz keine sozialpädagogische Instanz, sondern eine kriminelle Vereinigung ist, die Andersdenkende aufgrund ihrer politischen Einstellung verfolgt. Die Politik des Oberbürgermeisters kotzt uns an, und das wollen wir ihm und seinem Sektempfang klarmachen“, kommentierte ein Aktivist das Geschehen.

Gegenproteste  – „mit aller Gewalt“?

Zuvor waren (laut NWZ  [Nordwestzeitung] – im Klartext: nicht allzu verlässlich) 40 – 50 vor allem auswärtige „Antifaschisten“ in einer unangemeldeten „Demonstration“ vermummt vom Bahnhof zum Rathausplatz gezogen und hatten versucht, dort eine Sitzblockade zu errichten, der Versuch scheiterte allerdings mit der Räumung durch die Polizei. Diese soll zahlreiche Platzverweise ausgesprochen und einzelne Personen verhaftet haben. Schon im Vorfeld hatte die selbst vom polizeilichen Staatsschutz als „Kinder“ bezeichnete delmenhorster Antifa dazu aufgerufen, die Mahnwache mit „aller Gewalt“ zu blockieren und damit entgegen ihrer üblichen Opferrolle ganz neue Töne angeschlagen – um sich letztlich in der Sitzblockade durch den bürgerlichen DGB „schützen“ zu lassen (NWZ).

Zu direkten Aktionen oder körperlichen Auseinandersetzungen mit „Antifaschisten“ ist es nach unserem Kenntnisstand nicht mehr gekommen.

Ziel erreicht, trotz Störungsversuchen.

Das Fazit des Tages fällt positiv aus: junge Menschen haben störungsfrei – sehen wir von einer kleineren Gruppe Antifas mit „Power-Ranger-Masken“, die doch eher zur allgemeinen Belustigung beigetragen haben ab – gegen den Polizeistaat und für sozialrevolutionären Nationalismus und Meinungsfreiheit demonstriert. Einzig fader Beigeschmack des Abends war, dass die Räumung der Antifas durch die Bullen erfolgen musste und nicht durch direkte Eigeninitiative erfolgen konnte, weshalb sich das Ganze zeitlich etwas nach hinten verschob,was auch die (bisherige) Konzentration der Regionalmedien auf den Polizeieinsatz erklären dürfte. Alles in allem aber ein weiterer Schritt in die richtige Richtung – hin zu einer effektiven Öffentlichkeitsarbeit und -präsenz. Für die Zukunft gilt deshalb weiterhin: Wo über uns gelabert wird, sind wir nicht weit!