Der Fall Uckermann – So seriös und politkfähig ist „Pro Köln“ wirklich

                                                                                                                                                                                         Jörg Uckermann

Als der ehemalige Christdemokrat Jörg Uckermann im März des vergangenen Jahres der CDU den Rücken kehrte und politischen Unterschlupf bei der selbsternannten „Bürgerbewegung“  Pro Köln / Pro NRW suchte, da war der Jubel in den Reihen der „rechtsdemokratischen Patrioten“ groß. Endlich ein echter Demokrat, ohne braune Flecken auf seiner systemkonformen Weste! Mit dem konnten die Spießer in populistischer Mission so richtig auftrumpfen! Und das ganz demokratisch! Einer wie Uckermann, dem als altgedientem CDU-Mitglied der Stallgeruch der bei den „Pro´s“ so heißbegehrten bürgerlichen „Seriosität“ anhaftete, sollte dabei helfen noch viel, viel schneller als erhofft in den Sumpf der etablierten Politik einbzurechen und sich an den Fleischtrögen des Systems festzuwanzen.

Nun, die großmäulig angekündigten Wahlerfolge der an Lächerlichkeit kaum noch zu übertrumpfenden Vorgestrigen von „Pro“ sind erfreulicherweise ausgeblieben. Obwohl sich die „Rechtsdemokraten“ systemkonformer gaben als sämtliche Kartellparteien dieser Republik zusammengenommen, verhalf der Polit-Karneval mit Israel- und Regenbogenfahnen nicht wie erhofft zu einem Siegezug bei den zurückliegenden Kommunalwahlen. Lediglich die dahinsiechenden Reste der den „Pro´s“ artverwandten „Republikaner“ konnten beerbt werden, ansonsten fischte man wie üblich am rechten Rand und holte hie und da ein paar Stimmen von umherlichternden Protestwählern ein. Statt der in Anflügen von Größenwahn vorweg genommenen 10% erreichte „Pro Köln“ lediglich 5,63% der Stimmen. Das Ergebnis bedeutete gerade einmal eine Verbesserung von 0,65% im Vergleich zum Wahlergebnis von 2004, was ziemlich genau einen Dazugewinn der Stimmen der in diesem Jahr in Köln nicht zur Wahl angetretenen „Republikaner“ entspricht. Zu einem Einbruch in die Wählerschichten der großen Systemparteien vermochte den „Pro´lern“ also auch der im Dauergrinsen und in blasierter Wichtigtuerei geübte Ex-CDU´ler Jörg Uckermann nicht zu verhelfen.

Aber Jörg Uckermann wäre nicht Jörg Uckermann, wenn er nicht noch auf andere Weise dazu beitragen würde, den „Pro´lern“ den Anstrich von „großer Politik“ im Sinne dieses Systems zu vermitteln. Eigentlich sind Klüngel, Filz und allerlei dubioses Geschäftsgebaren ja Domänen von in den etablierten Parteien tätigen Gaunern und im Grunde genommen weiß auch jeder mündige Bürger über die in diesem System allgegenwärtige Korruption Bescheid. Berichte in den Medien über Vetternwirtschaft, Betrug und dergleichen werden deshalb kaum noch wahr genommen, wenn sie Vertreter und Günstlinge von CDU, SPD, FDP etc. zum Thema haben. 

Am 02.10. verhielt es sich allerdings ein wenig anders. Zwar wurde in der Presse mal wieder über Ermittlungen wegen des Verdachtes der Untreue, Geldwäsche und Urkundenfälschung berichtet, was in Köln nun wirklich keine Seltenheit darstellt. Diesmal wurden nur keine Büros von Sozial- Christ- oder Freien Demokraten durchsucht, sondern die Wohnung des frischgebackenen Kölner Ratsmitgliedes und „Pro“-Funktionärs Jörg Uckermann. 

Uckermanns Bruder soll unter falschem Namen und mit gefälschten Dokumenten das von Jörg Uckermann bewohnte Haus in der Köln-Ehrenfelder Fridolinstraße gekauft und später die Kreditschulden nicht beglichen haben. Die Miete soll indes auf das Konto von Jörg Uckermann geflossen sein, weshalb nun gegen die beiden Brüder ermittelt wird. 

Tja, wer hätte das gedacht: Auch in Sachen Klüngel und Korruptions-Vorwürfe stehen die „Pro´ler“ , Jörg Uckermann sei Dank, nun den übrigen Systemparteien in nichts nach. Und so wie es gute Demokraten und seriöse Bürger gerne tun, wenn gegen sie wegen des Verdachtes einer Verfehlung ermittelt wird, üben sich „Pro“ und Jörg Uckermann in der Abgabe von Dementis. In typischer wirklichkeitsfremder Manier fabuliert „Pro“ jetzt von „Diffamierung, Kriminalisierung und politischer Verfolgung“ ihres Funktionärs, gegen den erst jüngst in anderer Sache aufgrund des Verdachts der Falschaussage Anklage wegen falscher Versicherung an Eides statt erhoben wurde. Jörg Uckermann selbst will hingegen überhaupt nichts darüber wissen, daß gegen ihn ermittelt wird…

Eine wahre Geschichte, wie sie die etablierte Politik nicht besser hätte schreiben können! Bravo „Pro Köln“, so zeigt man dass man mittendrin im System steckt statt nur dabei…

Siehe auch:

Kölnische Rundschau vom 02.10.2009

Kölner Stadtanzeiger vom 02.10.2009

Freie Kräfte Köln – Dienstag, den 06.10.2009