
Antifa heisst Angriff? – Ja, auf die Lachmuskeln! Das haben in den vergangenen Tagen mal wieder „AntifaschistInnen aus Köln “ mit billigen Aktionen bewiesen. Eigentlich dachten wir, das kurz vor Ende des vergangenen Jahres erfolgte „Outing“ des bekannten Kölner Aktivisten René Emmerich wäre an Erbärmlichkeit nicht mehr zu überbieten. Aber, das müssen wir unumwunden zugestehen, hier haben wir uns in den anscheinend schmerzfreien Angehörigen des antifaschistischen Widerstandes in Köln erheblich getäuscht!
Denn diesem ersten Streich folgte nun noch eine weitere, wirklich bombastisch anmutende Aktion nach, die ein bezeichnendes Schlaglicht auf die real existierenden Möglichkeiten und Fähigkeiten der antifaschistischen Unterwelt Kölns wirft. Was war geschehen?
Am 29.12. kritzelten wagemutige Widerstandskämpfer in antifaschistischer Mission ein schlecht leserliches „Emmerich – Du Nazi Schwein“ an eine verdreckte Fassade in der „Umgebung“ des Wohnortes unseres Kameraden. Soweit, so schlecht und eigentlich keiner Rede wert. Wenn, ja wenn die Verantwortlichen sich mit dieser ausgesprochenen Heldentat nicht auch noch auf Indymedia damit rühmen würden.

Stolz wird dort ein Bild der unberechtigterweise in den Stand eines Graffitis erhobenen Kritzelei veröffentlicht und auf die „zweiteilige Outing-Aktion“ verwiesen, für die sich jeder gestandene Antifaschist in Grund und Boden schämen würde. Denn jemanden zu “outen”, der öffentlich unter seinem Klarnamen auftritt, unzählige Male in Lokalzeitungen mit Namen und Foto zu sehen war und mit seiner kompletten Adresse bei der letzten Kommunalwahl in seinem Stadteil auf dem Wahlzettel stand, wäre an sich ja schon ein Schenkelklopfer. Dafür aber auch noch Mittel zu verwenden, die jeder Hilfsschüler mit Leichtigkeit toppen könnte, zeugt von ganz besonderen Defiziten, für die man eigentlich Mitleid empfinden müßte, wäre die gesamte Angelegenheit nicht so fürchterlich erheiternd.
In absoluter Verkennung der Wirkung ihrer Aktivitäten haben die „AntifaschistInnen aus Köln“ in der Nacht zum 05. Januar nun erneut zugeschlagen und einen weiteren Aktivisten „geoutet“, diesmal im 30 Kilometer von Köln entfernten Erftstadt. Wieder vermochten die antifaschistischen Blindfische keinen aus der Anonymität heraus agierenden Nationalisten an das Licht der Öffentlichkeit zu zerren, sondern waren abermals nur dazu imstande mit Sebastian Ziesemann einen offen mit Gesicht und Namen für seine Überzeugung einstehenden Kameraden zu präsentieren, der in seiner Nachbarschaft weithin als „Nazi“ bekannt und keinesfalls unbeliebt ist.
Das Flugblatt findet sich hier in hoher Auflösung.
Die schlechte Aufmachung und der ungenügende Inhalt des für das neuerlich „Naziouting“ verwendeten Flugblattes ist dabei nahezu identisch mit jenem Elaborat, welches in René Emmerichs Nachbarschaft verbreitet wurde. In einer Stellungnahme auf Indymedia brüsten sich die Urheber wie folgt:
„In der Nacht zum 5. Januar machten sich AntifaschistInnen aus Köln auf, um den in Erftstadt wohnenden Neonazi Sebastian Ziesemann zu outen. Das Outing schließt sich an ein Outing vom Kölner Neonazi Rene Emmerich an“.
Besonders die Hervorhebung, daß es „AntifaschistInnen“ aus Köln waren, die hier in Erftstadt aktiv geworden sind, dürfte für die Angehörigen der um Profilierung und Anerkennung bemühten „Antifa Erftstadt“ alles andere als erfreulich sein. Schließlich gefallen sich diese spätpubertären Hobby-Revoluzzer nur allzu gut in dem Ruf, als Einzige und allein den braunen Umtrieben in Erftstadt entgegen zu treten… Tröstlich für die schwer gebeutelten Genossen der Erftstädter Antifa-Combo dürfte dabei vielleicht sein, daß die Aktionen ihrer Gesinnungsfreunde aus der nahen Domstadt mindestens genauso armselig und erbarmenswert sind wie die eigenen.
Wir jedenfalls haben herzlich gelacht und sind dankbar dafür, daß antifaschistische Aktionen in Köln und dem Umland höchstens noch das Zwerchfell erschüttern und sonst nichts.
Siehe auch:
Indymedia vom 05.01.2010 : Naziouting im kölner Umland
Indymedia vom 02.01.2010: Outing Aktion in Köln
Freie Kräfte Köln – Mittwoch, den 06.01.2010
