Wo ist nur die Tafel hin, wo ist sie geblieben…

Eines vorweg, wir wissen nicht wo sich die auf mysteriöse Art und Weise verschollene Juden-Tafel aus der Langenstraße zum gegenwärtigen Zeitpunkt befindet. Auch wenn es einigen Zeitgenossen vielleicht schwer fällt das zu glauben, aber wir sind nun mal auch nicht für alles Elend dieser Welt verantwortlich.

Wir hatten in der vergangenen Woche ausdrücklich betont, dass uns lediglich ein Bild der Juden-Tafel zugeschickt worden ist, das wir dann veröffentlicht hatten. Ein Dankeschön von polizeilicher Seite und auch von der Stadt selbst, wäre ob dieser Geste, an dieser Stelle eigentlich angebracht. Denn wir haben unsere Zweifel ob es sonst überhaupt schon irgendjemandem aufgefallen wäre, dass da an der Hauswand Nr. 69 irgendetwas fehlt. Laut Stralsunder Zeitung sind Polizeibeamte erst im Zusammenhang mit „Recherchen“ im Internet darauf aufmerksam geworden, explizit auf der Hatecrew-Netzseite. – Nichts zu danken!

Nun haben ab heute die Stralsunder wegen der verschwundenen Tafel „empört“ zu sein. Jedenfalls schreibt die Stralsunder Zeitung: „Stralsunder sind empört“. Um diese Behauptung zu untermauern lässt das Blatt jedoch nicht den Mann von der Straße zu Wort kommen, sondern die Berufs- und Gewohnheitsbetroffenen, Oberbürgermeister Badrow, die CDU-Stadtratsvertreterin Ute Nitz und den evangelischen Paffen Neumann.

Welchen Sermon diese drei Repräsentanten für die Stralsunder zum Besten geben dürfte so klar wie vorhersehbar sein. Bürgermeister Badrow fürchtet um das Ansehen der Stadt, so als würde ein Tourist gesteigerten Wert darauf legen die Juden-Tafel zu besichtigen.

Ute Nitz deren einzige Tätigkeit für die Stadt darin zu bestehen scheint, dem Kölner Berufsjuden Demnig ein einträchtiges Einkommen zu bescheren in dem sie die Stadt regelrecht mit diesen so genannten Stolpersteinen zupflastern lässt, jammerte dem Blatt vor, dass sie selbstverständlich schockiert sei und den Verlust der Tafel umgehend dem Büro der Bundeskanzlerin gemeldet habe.

Und St.Nikolai-Pfarrer Neumann sieht sich jetzt zu höherem berufen und erklärt: „Nachdenklicher stimmt mich, dass im Zusammenhang mit dem Diebstahl eine Gruppe auftaucht, die sich schon in ihrem Namen dem Hass verschreibt. Wir müssen als demokratische Gesellschaft aufpassen, dass junge Menschen nicht dermaßen in Perspektivlosigkeit abgleiten, dass nur noch blanker Hass zu ihrem Lebensinhalt wird.

Herr Neumann vergisst natürlich hinzuzufügen, dass die Jugend an dieser demokratischen Gesellschaft irgendwie so gar kein Interesse verspürt oder ist ihm vielleicht entgangen, dass insbesondere die Wahlbeteiligung unter jungen Menschen rapide sinkt, den meisten Parteien die Jugend fehlt usw. usf. Im Grunde genommen das gleiche Elend das der Herr Pfarrer jeden Sonntag von der Kanzel aus in seiner Kirchengemeinde zu sehen bekommt. Weit und breit keine jungen Menschen, dafür ein Altersdurchschnitt der darauf schließen lässt, dass die Kirchengemeinde in der Hansestadt im nächsten Jahrzehnt weitestgehend ausgestorben sein dürfte.
Auch wenn Typen wie Neumann sich für das Maß aller Dinge halten, man müsste die Jugend schon zwingen um sich das weinerliche Gelabber evangelischer Pastoren anzutun, von den jämmerlichen Gestalten ihrer Gemeinden mal ganz zu schweigen. So also wird Herr Neumann wohl aber übel zur Kenntnis nehmen, dass wir uns der Jugend annehmen um sie auf den rechten Pfad zu führen.

Die Stralsunder Zeitung verweist außerdem darauf, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel die Juden-Tafel bezahlt habe. Was sie gekostet hat verschweigt das Blatt zwar, aber wir gehen mal davon aus, dass Angie der Erwerb derselben nicht arm gemacht haben wird. Interessanter wäre für uns eigentlich die Frage, ob Merkel auch anderweitig Projekte finanziert hat, auch wenn wir selbstverständlich einsehen, dass Sport- oder Jugendvereine – die sie fördern könnte – natürlich nicht einmal im Ansatz so wichtig sind, wie die verschollene Juden-Tafel.

PS.: Sollten wir ertwas von der Juden-Tafel hören, lassen wir es der Öffentlichkeit selstverständlich wissen.

PPS.: Sollte man bei der Stralsunder Polizei Hausdurchsuchungen bei den üblichen Verdächtigen in Erwägung ziehen, dann bitte nicht vor 8 Uhr – mal abgesehen davon, dass wir frei von Sünde sind.

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2 Antworten zu “</a><b><i>Wo ist nur die Tafel hin, wo ist sie geblieben…</i></b>”


  1. 1 Angies Juden-Gedenkplatte weiterhin verschollen « Voice of Europe Trackback on November 5, 2009 at 1:38 pm
  2. 2 Stralsund - Blog - 04 Nov 2009 Trackback on Januar 15, 2010 at 9:49 pm

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