Grippenspiel in der Nikolaikirche: Wie schlecht war das denn?!

Am Donnerstag, exakt eine Woche vor Heiligabend, fand in unserer Nikolaikirche so etwas wie das Grippenspiel statt. Aufgeführt von Schülern der Lambert-Steinwich-Schule. Unsere Überschrift lässt wohl kaum einen Zweifel daran, dass es sich dabei nicht unbedingt um ein Event gehandelt haben wird, an das man optimale Erinnerungen knüpft.

Dabei geht es nicht einmal um die Amateurhaftigkeit mit denen die Schüler Gesangsbeiträge oder das Grippenspiel ansich vorgetragen hatten. Denen ist eine gewisse Amateurhaftigkeit gestattet, weil es sich nun mal um Laiendarsteller handelt. Wenn etwas an dem ganzen wirklich hundsmiserabel und grottenschlecht war, dann was der Pastor und die Religionslehrer besagter Schule daraus gemacht haben.

Wenn solche Zeitgenossen etwas traditionelles wie das Grippenspiel durch moderne Einflüsse aufzupeppen versuchen, kommt in der Regel selten etwas gutes bei raus. Wer ein anschauliches Beispiel dafür haben möchte, wo Moderne auf Althergebrachtes prallt der werfe einfach mal einen Blick auf die Stralsunder Kulisse, wo man in mitten von hanseatischen Gebäuden den Betonklotz namens Ozeanum geknallt hat.

So ist eigentlich beinahe ein Wunder, dass in dem Grippenspiel wenigstens noch Maria und Joseph eine Rolle gespielt hatten, auch wenn ihnen längst nicht die Hauptrolle zugedacht war. Die hatte eine fiktive Figur namens Walter inne, um den sich die ganze Story drehte. Walter ein von seinen Mitschülern gemobbtes Opfer, dem bei der fiktiven Probe des Grippenspiels in der Schule die Rolle des Wirtes zu teil wurde. Wir erinnern uns, der Wirt weist im echten Weihnachtsspiel die um Unterkunft bittende Maria und Joseph schroff ab und gewährte ihnen nur Platz im Stall. In der Nikolaikirchenversion bietet der Wirt, also Walter, den beiden unerwarteterweise Quartier im Gasthaus an. Das war dann auch die Pointe: Ein Schwächling und Mobbingopfer schreibt die Weihnachtsgeschichte neu.

Was für eine jämmerliche Vorstellung und Verstümmelung des Weihnachtsspiels. Allerdings fragt man sich ohnehin was an dieser ganzen Prozedur nun eigentlich festlich gewesen sein soll. Am wenigstens jedenfalls der Pfarrer der zumindest rein optisch eher den Eindruck gemacht hat, als käme er gerade vom einkaufen. Was Wunder also dass die wenigen erhebenden Momente lediglich die waren, als zu den Weihnachtsliedern die Orgelmusik einsetzte. Ansonsten ganz schwaches Kino, dass letztlich nur ein Resultat zulässt, nämlich, dass die Pfaffen nun auch zur Weihnachtszeit ihre Kirchen mit aller Macht leer kriegen wollen.

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1 Antwort zu “<b>Grippenspiel in der Nikolaikirche: Wie schlecht war das denn?!</b>”


  1. 1 Stralsund - Blog - 18 Dec 2009 Trackback on Januar 13, 2010 at 9:33 pm

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