Kirsten Heisig war bis zu ihrem ungeklärten Tode Anfang Juli 2010 Jugendrichterin an Deutschlands größtem Amtsgericht, dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten.
Im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil wurden Jugendliche nichtdeutscher Herkunft 2,2-mal häufiger wegen Sexualdelikten, 1,7-mal häufiger wegen Straßenkriminalität, 2,3-mal häufiger wegen Gewaltkriminalität, 2-3-mal häufiger wegen gefährlicher und schwerer Körperverletzung, 2,4-mal häufiger wegen Straßenraubes und dreimal häufiger wegen Schwarzfahrens belangt als männliche deutsche Jugendliche. [bezogen auf das Bundesland Berlin] (S. 28)
Ein weiterer, nicht zu übersehender Umstand findet sich in der Berücksichtigung des sogenannten Migrationshintergrundes der Täter. Von den polizeilich erfassten jugendlichen und heranwachsenden Intensivtätern haben inzwischen 71 Prozent einen Migrationshintergrund. In Neukölln sind es sogar mehr als 90 Prozent. Insgesamt kommt die PKS 2009 zu dem Ergebnis, dass, je schwerer die Delikte sind, desto höher der Anteil der Einwanderer bzw. ihrer Kinder ausfällt. [bezogen auf das Bundesland Berlin] (S. 32)
Die „deutschen“ Teenager sind ansprechbar und mögen die „Südländer“, wie sie sich ausdrücken. Gleichwohl sind die deutschen Mädchen nicht immer gleich an Sex interessiert, was von der anderen, männlichen Seite häufig unterstellt wird. Auf jeden Fall erwartet man nach einer ersten Annäherung auch einen gewissen Gehorsam. So gibt es Probleme, wenn die „Freundin“ mal nicht ans Handy geht. „Sandra“ wird dann von „Yilmaz“ im Hausflur aufgelauert. Sie wird gewürgt und an die Wand gedrückt. Sie solle sich entschuldigen. Viele junge Mädchen machen diese Behandlung mehr oder weniger lange mit. Andere hingegen verlieren alsbald das Interesse daran, wie „der letzte Dreck“ behandelt zu werden, und beenden die Verbindung. Dann wird es gefährlich, denn nun ist der „Freund“ in seiner Ehre gekränkt. Manchmal folgen daraus Vergewaltigungen, die durch unbeschreibliche Rohheit gekennzeichnet sind. Es gibt Fälle, in denen das Mädchen in einen Hinterhalt, z.B. einen Keller oder auf ein entlegenes Gelände, gelockt und dann von mehreren Tätern, die der „Ex“ mitgebracht hat, sexuell auf schlimmste Art und Weise missbraucht werden. Mir sind Vorfälle bekannt, in denen die Opfer gleichzeitig orale und anale Penetrationen durch mehrere Täter ertragen mussten, bevor man sie, aus vielen Körperöffnungen blutend, wie einen unnützen Gegenstand zurückließ. Auch das Filmen der Vergewaltigung mit dem Handy gehört dazu. Damit kann man sich dann vor den Kumpeln brüsten. Selbstverständlich verlangen die Peiniger, dass ihre Opfer schweigen. Ansonsten müssen sie mit dem Tod rechnen. (S. 74 f.)
Ein weiteres Phänomen möchte ich an dieser Stelle in die Überlegungen einbeziehen. Es zeigt sich bei vielen Tätern mit Migrationshintergrund. Etliche türkischstämmige und „arabische“ Jugendliche achten die in Deutschland gelten Regeln und Gesetze nicht. Die hiesige Werteordnung ist ihnen gleichgültig. Sie setzen sich in jedem Lebensbereich darüber hinweg. (…) Zu einem sehr frühen Zeitpunkt wird deutlich, dass Frauen besonders missachtet werden. (S. 79)
Schwerkriminelle, die häufig 30 und mehr erhebliche Taten aufweisen, haben zu etwa 90 Prozent einen Migrationshintergrund. 45 Prozent sind „arabischer“ Herkunft, 34 Prozent haben türkische Wurzeln. (S. 80)
Die Jugendlichen entstammen den vor vielen Jahren aus dem Libanon oder der Türkei zugewanderten Familien mit sechs Kindern und mehr. Viele Einwanderer haben inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit, und die meisten leben vom Kindergeld und staatlichen Transferleistungen. Die Mütter haben nie Deutsch gelernt. (S. 81)
Das System: Ein typischerweise zunächst aus Mutter, Vater und zehn bis fünfzehn, in Einzelfällen bis zu neunzehn Kindern bestehender Clan wandert aus dem Libanon zu. Einige Kinder werden noch in der „Heimat“ geboren, andere in Deutschland. Bevor die Mütter das letzte eigene Kind gebären, haben sie bereits Enkelkinder. Deshalb vergrößert sich ein Clan in atemberaubender Geschwindigkeit. (…) Man lebt von staatlichen Transferleistungen und dem Kindergeld. Das verwundert im Vergleich zu anderen ALG-2-Empfängern, denn der Lebenssteil der Clans kann ohne Übertreibung als aufwendig bezeichnet werden. Das mag daran liegen, dass speziell die Männer unzählige Straftaten begehen. Eine Großfamilie bringt es ohne Probleme auf Hunderte polizeilicher Ermittlungsverfahren. (…) Insgesamt ergibt die strafrechtliche Gesamtbetrachtung einiger Clans, dass die weiblichen Familienangehörigen vorwiegen stehlen und die männlichen Straftaten aus allen Bereichen des Strafgesetzbuches begehen: Von Drogen- und Eigentumsdelikten über Beleidigung, Bedrohung, Raub, Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Sexualstraftaten und Zuhälterei bis zum Mord ist alles vertreten. (S. 90 ff.)
Die Möglichkeit, aufenthaltsbeendende Maßnahmen gegenüber kriminellen arabischen Großfamilien durchzusetzen, stößt gegenwärtig auf die schon benannten Hindernisse. Sie wurde darüber hinaus auch in gewisser Weise vertan, weil die beispielsweise bei der Berliner Polizei Ende der 90er Jahre eingerichtete gemeinsame Ermittlungsgruppe „Identität“ – kurz „GE Ident“ -, die sich mit betrügerisch erlangten Aufenthaltstiteln und Sozialleistungen befasste, inzwischen ihre Arbeit einstellen musste – obwohl sie erreichte, dass mehr als 400 Personen freiwillig ausreisten oder abgeschoben wurden, nachdem ihnen ihre meist kurdische Herkunft nachgewiesen werden konnte. Die Gründe für die Auflösung dieser polizeilichen Einheit sind mir nicht bekannt. Sie dürften aber politischer Natur gewesen sein. (S. 94 f.)
Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien sind gegenwärtig an Berliner Gymnasien mit 20 Prozent stark unter- und dementsprechend an Hauptschulen erheblich überrepräsentiert. In Neukölln stellen sie im Durchschnitt 74 Prozent der Hauptschüler. Es gibt Schulen, an denen sich kein deutsches Kind mehr findet. Damit einhergehend wirkt sich aus, dass 95 Prozent der Kinder „lehrmittebefreit“ sind, was nichts anderes bedeutet, als dass die Eltern sämtlich nicht berufstätig sind. [bezogen auf das Bundesland Berlin] (S. 102 f.)
(…) höre ich von Direktoren von Neuköllner Schulen immer wieder und mit zunehmender Ratlosigkeit, dass die wenigen deutschen Kinder, die diese Schulen noch besuchen, unter starken Druck gesetzt werden und sich mit rassistischen Äußerungen demütigen lassen müssen. So heißt es unter den Schülern, Deutsche seien schwul, man brauche die Deutschen nicht, die Araber und Türken seien sowieso bald in der Mehrheit, und dann werde ohnehin alles anders. (S. 118)
In diesem Kontext ist auch die sogenannte „Rudelbildung“ in Stadtteilen, die überwiegend von Migranten bewohnt werden, zu sehen. Damit wird die Situation bezeichnet, in der sich Beamte befinden, wenn sie beispielsweise eine vorläufige Festnahme durchführen wollen. Plötzlich sind sie dann von zwanzig bei dreißig Männern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund umringt, die sehr entschlossen zeigen, dass die polizeiliche Maßnahme nicht erwünscht ist. (S. 131)
In einem Verfahren gegen türkisch- und kurdischstämmige Jugendliche und Heranwachsende, die in einem Bus gegenüber deutschen jungen Frauen äußerten: „Deutsche kann man nur vergasen“, war die Betroffenheit der Opfer jedenfalls greifbar. (S. 144)
Eine weitere bemerkenswerte Aussage finden wir auf Seite 67 des Buches:
Der Anteil der rechts-motivierten Gewalttaten liegt bezogen auf die Gesamtheit der Gewaltkriminalität in Berlin und im Übrigen auch in Hamburg bei 0,2 Prozent.
Kirsten Heisig kam im Juli diesen Jahres unter mysteriösen Umständen ums Leben. Eine ausführliche Analyse findet sich in der Dokumentation “Kirsten Heisig: Geheimsache Selbstmord” des Journalisten Gerhard Wisnewski.
Anmerkungen:
Alle Zitate aus: Heisig, Kirsten. Das Ende der Geduld: Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter. Herder, Freiburg im Breisgau, 2. Aufl. 2010. ISBN 978-3-451-30204-6.
Alle textlichen Hervorhebungen von ks-hamm.com


1 Comment
at 19:07 - 5th Dezember 2010 Permalink
Sehr gute Arbeit. Es ist wichtig auch solche Quellen, in diesem Fall das Buch von Kirsten Heisig, insbesondere nationalen Aktivisten vertraut zu machen, da sie als Fundament in Debatten und Diskussionen dienen können und Äußerungen dieser Jugendrichteren nicht so einfach als “rechtspopulistische Unwahrheiten” abgestempelt werden können.
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[...] Generell sei es nämlich schwierig, hierzu konkrete Zahlen zu finden. Lediglich in dem Buch „Das Ende der Geduld“ der verstorbenen Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig sei er fündig geworden. Dort wird [...]
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