Tot, doch nicht vergessen! Heldengedenken 2011

Auch dieses Jahr gedachte der Spremberger Widerstand wieder seiner im Felde gebliebenen Kameraden, und würdigte deren Opfer- und Heldenmut in einer ansonsten unwürdigen Zeit.

Denn tot ist nur, wer vergessen ist. Deshalb gedenken wir euch, Kameraden! Alle Jahre wieder.

 

„Des Zeitgeists Posaunen verkünden mit Dröhnen
Der Berliner Regierung ganz neue Sicht:
Im Auftrag des Feindes die Opfer verhöhnen,
Jedem aufrechten Deutschen ein Schlag ins Gesicht!

Voll Demut in Sack und Asche gehüllt,
Wandelt still die herrschende Klasse.
Mit Lügen und Fälschungen zugemüllt,
Wir derweil das Volk’s tumbe Masse!

Der 13. November soll uns Mahnmal sein,
Für des Volkes Opfern und Sterben!
Wo soll denn hier die „Befreiung“ sein,
Unter Bergen von Trümmern und Scherben?

Nun Jugend steh auf gegen all diesen Schmutz,
Die Millionen Opfer, sie mahnen!
Das Reich braucht erneut Tapferen Schutz,
Gedenkt der mutigen Ahnen!

Entfacht jetzt den Sturm, lasst Mauern erzittern,
Die der Hass der Feinde errichtet.
Wenn Reich und Recht erst unteilbar sind,
Hat das Volk die Verräter gerichtet!“

Thomas Brehl (2005)

Legasthenie von links

Es ist langsam zum verzweifeln. Wann immer wir über unsere wackeren ortsansäßigen Antifaschisten zu berichten wissen, geschieht dies stets im negativen Kontext. Doch gewiss nicht aus Missgunst oder gar Böswilligkeit unsererseits, sondern leider einfach aus Gründen der vorherrschenden Realitäten.

Ein Praxisbeispiel dieser Tage lieferte uns der aktionistisch von „links“ aufgearbeitete 10. Todestag Carlo Giulianis. Eines links-autonomen Krawallmachers der im Zuge der eskalierten G8 Proteste 2001 in Italien zu Tode kam, als ein Mob von Globalisierungskritikern auf der Piazza Gaetano Alimonda einen Polizeiwagen mit Holzbalken, Feuerlöschern und anderen Gegenständen attackierte. Giuliani wurde hierbei von einem im angegriffenen Polizeiwagen befindlichen Polizisten in Notwehr erschossen, als dieser versuchte durch die bereits eingeschlagene Heckscheibe des Fahrzeugs einen Feuerlöscher auf den Beamten zu schleudern.

Dieser propagandistisch mehr als unglückliche Vorfall, dient der deutschen Linken seit nun mehr 10 Jahren als trauriger Anlass, um auf eine wie auch immer geartete weltumspannende polizeiliche Repression aufmerksam zu machen. Dabei ist die jüngere deutsche Geschichte doch so reich an ausufernder Polizeigewalt. Man denke dabei nur an Stuttgart 21, die alljährlichen Castortransporte oder Wolfgang Grams Erschießung in Bad Kleinen.

Doch aus einem irgendwie verqueren Internationalismus heraus muß es nun unbedingt der 22 jährige italienische Hobby-Revoluzzer und Aushilfsmärtyrer Carlo Giuliani sein, der Sprembergs Bürgerschaft über die Gefahren von Polizeigewalt und Polizeistaat aufklären soll.

Nun gut, ändern können wir dies nun nicht mehr, ebenso wenig wie andere Beispiele vorzugeben, denn dies tun bereits die Cottbusser Genossen für uns. Doch liebe Spremberger Antifa, wenn Ihr schon an Carlo Giuliani erinnern wollt und dabei auf Eure eigene „uncoole“ Muttersprache verzichten müsst, dann tut Eurem toten Revoluzzer-Kollegen doch wenigsten einen letzten Gefallen und sprüht seine Graffitis grammatikalisch korrekt.

Denn richtig müsste es lauten: Carlo Giuliani – We never forget! Und nicht „we never vorget“ oder „… porget“.

Solch grober Dilettantismus konterkariert nicht nur die politische Aktion, sie lässt Euch auch als die letzten minderbemittelten Legastheniker dastehen, die Ihr hoffentlich nicht auch noch seid?!

Steuer-Gau in Spremberg

Die Abhängigkeit von internationalen Großkonzernen trägt immer kuriosere Blüten. So wird der schwedische Energiekonzern Vattenfall diese Jahr keine Gewerbesteuern mehr für sein Kohlekraftwerk in Schwarze Pumpe an die Stadt Spremberg abführen und verlangt obendrein bereits gezahlte Vorauszahlungen in Höhe von schlappen 8 Millionen Euro inklusive Zinsen zurück.

Laut Vattenfall sind die Gründe hierfür massive Gewinneinbrüche des börsennotierten Unternehmens wegen der von der Bundesregierung zwangsweise verordneten Abschaltung seiner deutschen Pannenatomreaktoren in Brunsbüttel und Krümmel (Schleswig-Holstein). So soll der Gesamtkonzern allein im zweiten Quartal diesen Jahres mit seiner verfehlten Atompolitik 1,1 Milliarden Euro Verlust gemacht haben. Ausbaden darf dies einmal mehr der bundesdeutsche Steuerzahler.

So klagt die Stadtkämmerin Andrea Lamm der Berliner Zeitung das die Zahlungen von Vattenfall mehr als 21 Prozent der Stadteinnahmen betrugen. Bleiben diese nun aus, fehlt das Geld überall: Kredite darf die Kommune nicht aufnehmen, bei den Ausgaben drastisch kürzen kann oder will sie nicht. „Das Sparpotenzial ist ziemlich ausgereizt“, sagte Lamm. Leistungen etwa für Sportvereine oder die Kinder- und Jugendarbeit ließen sich nicht zurückfahren. „Wir haben schließlich eine Fürsorgepflicht gegenüber unseren Bürgern, das Gemeindeleben muss weitergehen“, so Lamm. Auch die erwogene Erhöhung der kommunalen Steuersätze würde kaum Erleichterung bringen und neue Probleme aufwerfen.

Und so rächt sich einmal mehr das blinde Vertrauen unserer Demokraten in kapitalistische Großkonzerne wie Vattenfall. Das es aber auch anders gehen kann zeigt das Beispiel Australien. Dort wird ab 2012 eine 40-prozentige Sondersteuer auf Gewinne von Rohstoffkonzernen eingeführt, die sogenannte Super-Profit-Steuer soll die enormen Erlöse abschöpfen, mit denen Australiens Bergbaukonzerne durch die globale Ressourcenknappheit rechnen können.

Die Einnahmen aus der Sondersteuer sind gewaltig: Sie werden auf zwölf Milliarden Australische Dollar allein in den ersten beiden Jahren geschätzt, das entspricht 8,4 Milliarden Euro. Knapp ein Viertel des Geldes soll in die australische Rentenkasse fließen, für den Infrastrukturausbau sind knapp 1,5 Milliarden Aussie-Dollar vorgesehen. Mit dem Hauptteil der Einnahmen will die Australische Regierung die Steuern anderer Unternehmen von 30 auf 28 Prozent senken und kleinen Firmen großzügige Steuergutschriften gewähren.

Das wir in der Bundesrepublik von derartig visionären sozialen Ideen noch Jahrhunderte entfernt sind führt einmal mehr Sprembergs einfältiger Bürgermeister dem geneigten Beobachter vor Augen, als dieser sich bemüßigt sah den „Kompromissvorschlag“ von Vattenfall – die widerrechtlich unterschlagenen Steuermillionen mit den zukünftigen Gewerbesteuerabgaben an die Stadt zu verrechnen, um einen gänzlichen Stadtbankrott in die nahe Zukunft zu verschieben – als begrüssenswert und „keine Schlechte Idee“ bezeichnete.

Warum allerdings ein ausländisches Unternehmen das auf deutschem Boden deutsche Rohstoffe fördert selbstherrlich darüber bestimmen kann wie und wieviel es für eben jene Rohstoffe an deren rechtmäßige Besitzer zahlt, ist für unser Dafürhalten ein Unding sondergleichen und so nur im durchweg verdorbenen kapitalistischen System der BRD möglich. Wie ist es sonst zu erklären das ein Konzern der Milliarden mit deutscher Kohle verdient lediglich einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“, – nach Auskunft eines Firmensprechers – an 32 Kommunen der Region zahlt, wovon er dann auch noch die Hälfte unterschlägt?

Sozialdemokratische Menschenjagd

Gemeinhin sind wir nicht gerade dafür bekannt uns besonders wohlwollend gegenüber demokratischen Systemvertretern zu zeigen oder zu äußern. Doch die zur Zeit von der hiesigen Sozialdemokratie in Spremberg initiierte Menschenjagd auf Mitglieder der Stadtratsfraktion, aus Gründen nichtgenehmer Meinungsäußerungen, ist in unseren Augen einfach nur ekelerregend und steht in klarer und umso widerwärtigerer SPD-Denunziantentradition, wie wir sie einst schon im Fall „Bunker 38“ am eigenen Leib erfahren durften.

Im konkreten Fall hetzt man nun von Seiten des Spremberger SPD-Vorstandes gegen die missliebige christlich-demokratische Konkurrenz in Form des Kreis- und Kommunalpolitikers und ehemaligen Spremberger Bügermeisters, Egon Wochatz. Dieser soll so behaupten es zumindest die SPD-Granden um Herrn Süssmilch und Co. in ihrem offenen Brief vom Sonntag, mit seinem „verfehlten“ Abstimmungsverhalten unserer gelebten Demokratie geschadet haben. Als er sich doch tatsächlich erdreistete bei einer zurückliegenden Kreistagssitzung in Forst einem NPD-Antrag auf Verkleinerung des Kreistages und damit einer erheblichen Kostenreduzierung für den Steuerzahler zuzustimmen.

Nicht genug das Herr Wochatz NPD-Anträge für richtig und gut befindet, nein er missgönnt auch all den finanziell gut versorgten Fraktionshinterbänklern der politischen Konkurrenz ihr so mühelos erworbenes berufsdemokratisches Einkommen. Kein Wunder also das sich die SPD bemüßigt sieht dagegen zu wettern!

So habe man Herrn Wochatz nicht das erste Mal in der vermeintlichen „Nazi Ecke“ erwischt. Ob es seine Äußerungen über den Algerier Omar Ben Noui 1999 in Guben, die Idee der Aufstellung eines Gedenksteines für die SS-Panzerdivision Frundsberg in Spremberg oder die Teilnahme an Kameradschaftstreffen ehemaliger „Frundsberger“ waren, Süssmilch und Co. sehen darin eine neonazistische Kontinuität – die sogar die wirtschaftliche und moralische Existenzvernichtung eines Herrn Wochatz legitimieren würde.

In diesem Selbstverständnis fordert man dann auch ganz unverholen von Seiten der Spremberger SPD die Niederlegung aller öffentlichen Ämter und öffentlichen Funktionen in Parlamenten und Vereinen der Stadt Spremberg und des Landkreises Spree-Neiße „um weiteren schweren Schaden von der Stadt Spremberg abzuwenden“ und unsere Heimatstadt „nicht erneut ins rechte Licht zu rücken“.

Wer sich angesichts dessen nicht an die längst überwunden geglaubte DDR Zeit erinnert fühlt, in der es politisch redlich war vermeintliche Gegner durch Schmutz- und Verleumdnungskampagnen zu diskreditieren und ihrer Würde zu berauben – der kann heutzutage wirklich nur ein Mitglied der Sozialdemokratie sein!

Wer den Genossen Süssmilch, Blatz und Wagschal gerne einmal persönlich für derart unlauteres Verhalten ins Gesicht spucken möchte ist unsererseits herzlich dazu aufgerufen. Wir tun es ganz sicher!

Bespuckt die Demokraten wo ihr sie trefft!

„Arbeit statt Abwanderung“

Das Spremberg und insbesondere auch der Landkreis Spree-Neiße unter einem enormen Bevölkerungsschwund zu leiden haben ist kein Geheimnis. So verlor der Landkreis in den 20 Jahren seit der Wiedervereinigung gut 28.000 seiner ehemals  155.000 Einwohnern, also ca. jeden  fünften Einwohner. Bis 2020 soll noch einmal jeder dritte folgen.

Schaut man sich den Altersdurchschnitt an, sollte auch der Letzte erkannt haben, dass die Lausitz und ihre „Perle“ Spremberg nicht zu den Gewinnern der Globalisierung zählen. Umso schlimmer ist es, dass sich am 21.5.2011 lediglich 120 Deutsche dazu bequemten dem Aufruf: „Arbeit statt Abwanderung! Gegen Globalisierung und Kapitalismus!“ zu folgen.

Dies zeigt einmal mehr, dass der Großteil der Spremberger noch nicht erkannt hat, wie es um ihre Heimat steht. Stattdessen organisiert man, angeführt vom Bürgermeister, ein mikroskopisches Unternehmerfest – bestehend aus Gewerkschaftsständen und Würstchenbuden, um die bescheidene Lage der Stadt doch noch irgendwie schön zu reden, die trotz Kohle und Kupfer ihre Jugend nicht halten kann. Oder besser noch man verteilt weiter weltfremde Wachstumskern-Plakate in der Stadt, die alle Leih- und Montagearbeiter verhöhnen, die jedes Wochenende aus immer größerer Entfernung zurückkehren müssen.

Nur unwesentlich infantiler zeigten sich die Genossen der Antifa, die ja in Spremberg und darüber hinaus nicht gerade für ihren Übereifer bekannt sind. Doch an diesem Wochenende sollte die sprichwörtliche antifaschistische Bombe platzen und so blockierte man mit brennenden Baumstämmen und Autoreifen – bei Waldbrandwarnstufe IV wohlbemerkt – stundenlang die Bahnstrecke zwischen Cottbus und Spremberg.

Nicht minder „dramatisch“ war der schon obligatorisch gewordene Angriff auf eine Gruppe ankommender Demoteilnehmer in der Spremberger Innenstadt. Welchen die Lausitzer Rundschau natürlich, in der ihr eigenen Art, beschönigend als einfachen Flaschenwurf unter Jugendlichen darzustellen suchte, der aber viel mehr ein jämmerlicher antifaschistischer Versuch war sich für vergangene Niederlagen zu revanchieren. Nun sind wir ja nicht dafür bekannt einer zünftigen Auseinandersetzung mit „sternburgisierten“ Pseudo-Revoluzzern aus dem Weg zu gehen. Es ist allerdings recht fragwürdig sich in einer gut besuchten Einkaufsstraße, flaschenwerfend und rumgrölend zu präsentieren. Wer meint seinen Krawalltourismus ohne Rücksicht auf unbeteiligte Passanten ausleben zu müssen, der sollte seine Heul-Transparente einrollen und die Anti-Nazigewaltdemos besser lassen.

Die NPD-Demo an sich verlief ruhig und ohne großes Aufsehen zu erregen. Einzelne Redebeiträge hätten etwas verständlicher für die doch rar gesäte Zuhörerschaft gefasst werden können. Alles in allem zeigte sich an diesem Tag einmal mehr, dass Demonstrationen und Öffentlichkeitsarbeit wenig bringen, so lange noch ein Mindestmaß an Sozialleistungen fließt und der heimische Kühlschrank zumindest am Monatsanfang noch einigermaßen gefüllt ist. Als Positiv kann die disziplinierte Durchführung der Demonstration und die geringe Anzahl an Gegendemonstranten gewertet werden.

Bleibt zum Schluß nur die Feststellung: Wir haben es so kommen sehen!

Sprembergs Demokraten rüsten zum totalen Krieg

In Spremberg geht die Angst um, denn für den 21. Mai planen die Nationaldemokraten in der Stadt eine Demonstration unter dem angsteinflößenden Motto: „Arbeit statt Abwanderung“. Grund genug für die ortsansässigen Nicht-Nationaldemokraten sich kämpferisch zu geben, schließlich fürchtet man um seine Pfründe und so plant man städtischerseits mit der Beschlagnahme des Marktplatzes für einen „Tag des offenen Unternehmens“ sowie einer lautstarken Protestdemonstration, die sich abzeichnende Nationaldemokratische-Machtergreifung in Spremberg doch noch einmal zu verhindern.

Martin Schuhmann, dem Sprecher der Antifa Spremberg geht dies indes nicht weit genug. Er fordert das der NPD-Aufmarsch am 21. Mai nicht stattfindet – „wir wollen die Nationaldemokraten mit allen Mitteln aufhalten, auch mit Sitzblockaden“. An derlei Kleckerkram wird sich Andreas Lemke von den hiesigen Sozialdemokraten wohl nicht beteiligen – fordert dieser doch ganz Sozialrevolutionär „die Auseinandersetzung mit dieser Partei vor Ort zu führen und Spremberg gegen die braune Flut am 21. Mai zu verteidigen.“

Sehr heldisch! Geradezu fade wirkt dagegen die Ankündigung der bis dahin gar nicht so zimperlichen Mauerschützengenossin und Linken-Multifunktionärin „Kampfgruppen Brigitte“ auf dem Marktplatz zu sein und „Material gegen die Losungen der NPD zu verteilen“. Gähn! Spannender ist da schon der Aufruf Eberhard Brünsch’s von der Fraktion Spremberg Land/Volkssolidarität/Brandschutz der Stadtverordneten-versammlung, sich mit den von außen gesteuerten neonazistischen Tendenzen in Spremberg auseinanderzusetzen.

Wie und in welcher Form man sich von Seiten der einzig wahren Demokraten gegen den angedrohten Aufmarsch der übrigen nicht so demokratischen Demokraten erwehrt, bleibt offen. Doch verspricht der 21. Mai durchaus einiges an Unterhaltungswert. Man darf gespannt sein.

Ein ganz besonderer Tag der Arbeit

Einen ganz besonderen „Tag der Arbeit“ bescheren uns die Demokraten in Berlin und Brüssel diesen 1. Mai. Denn ab diesem Tag nämlich ist es Arbeitnehmern aus 25 EU-Staaten erlaubt, innerhalb der EU an jedem beliebigen Ort zu arbeiten und das zu ihren jeweiligen landestypischen Konditionen. Während im Reichstag noch in Rede und Gegenrede über Mindestlöhne hierzulande philosophiert wird, schafft die Wirtschaft längst ihre eigenen Fakten.

Doch dem gilt es entgegenzuwirken! Zu diesem Zweck wurden im gesamten Stadtgebiet sowie auf Behörden und Ämtern, in Bushaltestellen, Briefkästen und in Zeitarbeitsfirmen tausende Flugblätter ausgelegt und angebracht die auf diesen schleichenden Verdrängungswettbewerb durch osteuropäische Billiglöhner aufmerksam machen.

Denn bereits jetzt stehen etliche deutsche Leiharbeitsunternehmer in den Startlöchern für eine unglaubliche Strategie: Firmen werden in Polen oder Tschechien gegründet und pro forma von dort aus betrieben. In Deutschland werden dann deutsche Arbeitslose für den Leiharbeitsbereich angeworben. Wer denkt, dass Leiharbeit nicht viel näher an den Bereich der Ausbeutung herangeführt werden kann, als sie es heute schon ist, der irrt.

Die Stundenlöhne für Leiharbeiter liegen in den bevorzugten EU-Staaten zwischen 2 und 4 Euro brutto. Diese “polnischen” oder “tschechischen” Leiharbeiter können dann in Deutschland zu solchen Tarifen eingesetzt werden. Da es Leiharbeiter für praktisch alle Branchen gibt, werden damit auch die letzten Restriktionen für die sogenannten 1-Euro-Jobs umgangen, sodass letztlich jeder Wirtschaftsbereich mit Billigkräften bestückt werden kann. Wem es zum Leben dann nicht reicht, der bekommt durch den Staat den Rest.

Doch woher wird der Staat diesen “Rest” bekommen, wenn nach und nach nur noch der sogenannte “zweite Arbeitsmarkt” existiert – ein Arbeitsmarkt, auf dem jeder bereits davon ausgeht, durch seine Arbeit allein nicht genug Geld verdienen zu können, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten?

Schier unglaublich erscheint eine solche Entwicklung, die abermals offenbart, dass Deutschland entweder von unübertrefflicher Unfähigkeit regiert wird oder einzig im Interesse des Großkapitals. Denn nur einen Nutznießer gibt es bei dieser Entwicklung: Die Unternehmen, die kaum Löhne zahlen müssen, dadurch ihre Waren immer billiger anbieten können, somit dem Staat immer weniger Umsatzsteuereinnahmen bescheren und als Dank dafür, dass sie die Arbeitsplätze “im Lande lassen”, millionenschwere Steuergeschenke bei der Unternehmenssteuer bekommen!

Der Mittelstand wird gezwungen, sich am Spiel mit der “Leiharbeit” zu beteiligen, oder stirbt aus – denn wer kann angemessene Löhne zahlen, wenn die (zum Teil einheimische) Konkurrenz aus dem EU-Ausland alle Preise drückt? Zurück bleibt ein Staat, der Arbeitslosen und Arbeitenden gleichermaßen Geld zahlen muss. Und wenn es sich gar nicht mehr lohnt, bleiben alle zu Hause?

Auch wenn unverständiges Kopfschütteln die einzig nachvollziehbare Reaktion auf die Wirtschaftspolitik der Demokraten sein kann, so darf es doch nicht dabei bleiben. Ein Solidarsystem kann in der BRD nicht funktionieren: Solidarität fühlt man naturgemäß nicht mit völlig Fremden, die ihren gesamten Lebensplan auf dem Fundament des deutschen Sozialstaates errichtet haben.

Deshalb ist es allzu verständlich, dass jeder versucht, möglichst wenig Geld in den großen Topf zu werfen, der – wenn er mühevoll gefüllt wurde – mit lachendem Gesicht aus dem Fenster gekippt wird: In den Subventionssumpf der EU, zu notleidenden Banken, als Entwicklungshilfe in die weite Welt, aus historischen Gründen nach Nahost oder in die “Problembezirke” deutscher Großstädte. Wenn aber niemand einzahlt, und auch keiner davon ausgeht, wenn überhaupt, dann nur für kurze Zeit mit dem Sozialstaat eine verlässliche Überbrückung bis zur neuen Arbeit zu unterstützen – wie soll er sich dann finanzieren?

Die Antwort liegt in den Gelddruckereien der Europäischen Zentralbank. Und während alle Staaten ihre Schulden mehren, so mehrt sich der Gewinn auf einer Ebene, die von den Medien unerwähnt bleibt, wenn Politmagazine verschiedene deutsche Interessengruppen gegeneinander aufhetzen.

Warum es funktioniert? Weil es noch immer viele Deutsche gibt, die fleißig arbeiten. Die aus Furcht vor der Arbeitslosigkeit nicht darum kämpfen, für ihre Arbeit angemessen bezahlt zu werden. Die nach langem Arbeitstag vor der Glotze abschalten und dort ihren letzten antioppositionellen Schliff verpasst bekommen.

Und während ihre Kinder in der Schule lernen, wie fies die Obrigkeit im Mittelalter gewesen sei, weil der schuftende Bauer den Kornzehnt – also jedes 10. Teil Korn, 1 Kilogramm aus 10 Kilogramm – an den Fürsten abliefern musste, liefern sie freimütig ihren Lohnzweit – die Hälfte ihres Bruttolohnes – an einen Staat ab, der davon die Daseinsfürsorge für alle finanziert, außer für sein Volk!

Text: spreelichter.info

IM Rosenau‘s Erinnerungslücken

Nicht ohne eine gewisse Genugtuung stellen wir fest, dass die Welt wieder ein Stück mehr im Gleichgewicht zu sein scheint – jedenfalls in Spremberg. Aber was des einen Freund, ist ja bekanntlich des anderen Leid und so wird die Sektstimmung in Sprembergs Polizeikommissariat über den phänomenalen Ermittlungserfolg im Fall „Aufkleber“, beim Betrachten der jüngsten Stasi-Enthüllungen des RBB-Magazins „Brandenburg aktuell“ schnell verflogen sein.

So berichtete eben jenes Magazin am Montag davon, dass in der Stasi-Unterlagenbehörde sowohl eine Personal- als auch eine Berichtsakte des Spremberger Kripochefs Günther Gierschke gefunden worden sei. Zudem liege noch eine Verpflichtungserklärung als „IM Andreas Rosenau“ beim ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit vor, die besagt das Sprembergs oberster Gesetzeshüter nicht nur sechs Jahre lang seine damaligen Kollegen, sondern auch seine eigene Familie bespitzelt haben soll.

Grund genug für Brandenburgs demokratische „Politelite“ die längst fällige Notbremse zu ziehen. Und so verlautbarte es aus dem aktuellen und nicht weniger verbrecherischen Innenministerium, dass man gegen den 53-Jährigen ein Verfahren zur Rücknahme der Ernennung zum Beamten eingeleitet habe und „IM Rosenau“ selbstredend vom Dienst suspendiert wurde.

Merkwüridig nur, dass man sich 21 Jahre lang nicht an Gierschkes – bei Übernahme in den Landesdienst – eingeräumten einjährigen hauptamtlichen Tätigkeit für das MfS gestört hat aber im Nachhinein plötzlich völlig schockiert über seine innoffizielle IM-Tätigkeit ist. Soviel Schizophrenie kriegen wohl nur echte Demokraten hin!

Zu Beginn der 1990er Jahre wurden offiziell insgesamt 242 ehemalige hauptamtliche Stasi-Beschäftigte sowie 1238 frühere Inoffizielle Mitarbeiter (IM) der Stasi in der Brandenburger Polizei festgestellt. Über 100 frühere hauptamtliche Stasioffiziere sitzen bis heute im LKA Brandenburg in Schlüsselpositionen – davon allein 9 in der Abteilung Staatsschutz.

Sinnfrei in den Untergang

Mit Demokraten verhält es sich bisweilen ähnlich wie mit Herpes – man wird sie partout nicht los. Zu einem besonders hartnäckigen Vertreter dieser Gattung haben wir bis zum heutigen Tage, ein doch recht „gespanntes Verhältnis“. Gemeint ist unser allseits beliebter Hobbypädagoge und Rechtsextremismusexperte Benny Blatz.

Dieser glänzte erst neulich wieder mit einem scharfsinnigen Ausflug in die post-marxistische Geisteswelt, als er in seiner selbst zusammengestotterten Expertise vom Grund allen neonazistischen Übels in Spremberg philosophierte, nur um am Ende doch – leider symptomatisch für einen Sozialdemokraten – in der Milieutheorie kleben zu bleiben.

Danach wurde es wieder ruhiger um „Pionierhalstuch Benny“. Kein wirklicher Verlust, würde man jetzt meinen. Doch weit gefehlt! Unsere demokratische Stimmungskanone hat völlig unbemerkt vom Rest der Welt, schon das nächste heiße Eisen im Feuer.

Benny Blatz „goes“ Love Parade, nein nicht zu der nach Duisburg, sondern zur Spremberg Variante! Hierzu mobilisiert ein „breites Bündnis“ von Jugendlichen verschiedenster Jugendclubs und Vereine unter Federführung des Bergschlösschens zu einem bunten musikalischen Sternmarsch mit allerlei Sattelzügen und Notstromaggregaten.

Grund hierfür ist laut Initiatoren der für den 21. Mai geplante niveaulose „Wandertag“ pöbelnder „NPD-Dummköpfe“ durch die Spremberger Innenstadt. Und da man als gestandener Technojünger seine Heimatstadt nicht so einfach den „extremistischen Idioten“ egal aus welcher Richtung überlassen kann, wird man mit viel Spass und Vielfalt und ganz wenig Gewalt, dem Faschismus und Extremismus tanzend entgegentreten…

Da sind uns ehrlich gesagt – und das fällt uns wirklich nicht leicht – unsere Antifaschisten irgendwie dann doch bedeutend lieber als diese infantilen BRD-Wohlstandstandskinder, die völlig verblendet und mit Technomusik beschallt dem sicheren Untergang entgegen schwuchteln wollen.

Totale Überwachung oder des Bürgermeisters RSS-Feed

Wer meint im Rathaus herrsche gähnende Langeweile, der täuscht sich. Denn Bürgermeister Schulze hat unlängst den politischen Extremismus für sich entdeckt und poltert sogleich: „Wir müssen Bescheid wissen, wenn etwas geplant wird“.

Wer aber möchte das nicht? Doch deshalb gleich die ohnehin schon überforderte Polizei mit Internetrecherchearbeiten bemühen, die lustlosen Rathausangestellten zur Mitarbeiterschulung schicken oder gar die Jugend zur Prävention verdonnern?

Es geht auch einfacher! Sowohl die inkriminierten „Extremisten“ von links wie auch von rechts nutzen moderne Medien um sich der Welt mitzuteilen. Dies sollte sich auch schon, im sonst so digitalisierten Rathaus herumgesprochen haben. Wieso jetzt extra polizeiliche Sondergruppen gebildet werden müssen, wo doch die Lösung des Problems mit dem abonnieren eines simplen RSS-Feeds getan wäre, wird uns wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.

Aber da wir ja keine Unmenschen sind und obendrein noch ein Herz für unsere gestressten Beamten haben, hier eine kleine Erläuterung wie man RSS-Feeds richtig nutzt…

Begriffserklärung:

RSS (Really Simple Syndication) ist eine seit dem Anfang des Jahres 2000 kontinuierlich weiterentwickelte Familie von Formaten für die einfache und strukturierte Veröffentlichung von Änderungen auf Websites. Ein RSS-Channel versorgt den Adressaten oft, ähnlich einem Nachrichtenticker, mit kurzen Informationsblöcken, die aus einer Schlagzeile mit kurzem Textanriss und einem Link zur Originalseite bestehen.

Funktionsweise:

Nachdem der RSS-Feed abonniert wurde, kann der Abonnent die Nachrichten im Feedreader einlesen. Der Abonnent des RSS-Feeds kann dann direkt den angebotenen Links folgen und dort die vollständige Meldung lesen. Zum Lesen eines RSS-Feeds dienen herkömmliche Webbrowser oder spezielle Programme, die auf die Ähnlichkeit zum Nachrichtenticker angepasst sind.

RSS vereinfacht insbesondere die Beobachtung einer großen Menge von Quellen wie z. B. Blogs, in denen es eher selten zu Änderungen kommt, deren Aktualisierung der Leser aber ggfs. nicht verpassen möchte.

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