Stadtrat und Kreistag wollen Aufruf gegen Naziaufmarsch im Juni verabschieden
Lokalpolitiker fordern von Stadt Verbot der Nazi-Demo
(jan) Die Fraktionen und Gruppen im Stadtrat und Kreistag wollen morgen in ihren Sitzungen einen Aufruf gegen den geplanten Neonazi-Aufmarsch am 5.Juni verabschieden. Die Stadtverwaltung soll aufgefordert werden, „alles zu unternehmen, um den Aufmarsch zu verhindern“. Im Aufruf ist von einem „NPDAufmarsch“ die Rede – die rechtsextreme Partei steckt allerdings nicht hinter der Demo. Wie der KEHRWIEDER bereits Ende 2009 berichtete, hat der Neonazi Dieter Riefling aus dem Landkreis Hildesheim bei der Stadt eine Demonstration vom Bahnhof bis zum Hindenburgplatz und zurück angemeldet. Riefling zählt zu den führenden Köpfen in der norddeutschen Naziszene der so genannten „Kameradschaften“ und „freien Nationalisten“. Rieflings Ehefrau Ricarda war bei der vergangenen Bundestagswahl im Wahlkreis Hildesheim die Direktkandidatin der rechtsextremen Partei NPD. Die Demonstration am 5. Juni kündigen die Nazis als „Tag der deutschen Zukunft“ und „Signal gegen Überfremdung“ an. Bereits im Juni 2009 waren Neonazis, unter ihnen auch Dieter Riefling, unter diesem Motto durch Pinneberg gezogen. In Hildesheim hat sich mittlerweile ein Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Schulen, Hochschulen und anderen Einrichtungen gebildet, die für den 5. Juni eine Gegenkundgebung unter dem Motto „Bunt statt braun“ planen. Am selben Tag findet das Michaelisfest anlässlich des 1.000-jährigen Bestehens der Michaeliskirche mit vielen Gästen aus ganz Europa statt. Im Aufruf von Stadtrat und Kreistag heißt es dazu: „Die St.- Michaelis-Kirche ist in Folge der nationalistischen Gewaltherrschaft zerstört worden. Mit Hilfe eines amerikanischen Juden konnte sie bald nach ihrem Untergang im Geist der Versöhnnung neu entstehen. Der Gedanke, dass nun auch die Feier des 1.000-jährigen Jubiläums der Kirche von Neonazis zerstört werden soll, ist unerträglich.“ Die Rechtsextremisten vertreiben derweil über eine auf Ricarda Riefling angemeldete Internetseite Tshirts mit einem „Tag der deutschen Zukunft“-Aufdruck. Die Nazis stellen sich offensichtlich durchaus auf Verbote und Klagen ein. Denn über dem Verkaufsangebot der Tshirts heißt es: „Der Erlös wird für weiteres Material und einen eventuellen Rechtskampf eingesetzt.“Hildesheimer Allgemeine Zeitung- 25.02.2010
Protest gegen Aufmarsch der Neonazis
Hildesheim (ph). Das “Bündnis gegen Rechts” hat sich entschieden gegen den geplanten Neonazi-Aufmarsch in Hildesheim gewandt und die Stadt aufgefordert, ihn zu verbieten. “Der rechtsextreme und rassistische Charakter ist offensichtlich”, sagt die DGB- Chefin Regina Stolte. Ausgerechnet für den 5.Juni haben die Neonazis zu einem Marsch durch Hildesheim aufgerufen. An diesem Tag werden Gäste aus dem In- und Ausland in Hildesheim sein, um das internationale Michaelisfest zu feiern. Eine Gegenkundgebung steht unter dem Motto “Bunt statt braun- Nazis entgegentreten”.
Kehrwieder am Sonntag- 31.01.2010
27. Januar: Erinnerung an Holocaust-Opfer
Gedenken über
Generationen hinweg
(jan) Hildesheim. Knapp 200 Hildesheimer haben am Mittwoch im Rathaus der Opfer des Nazi-Regimes unter Adolf Hitler gedacht. Der 27. Januar ist seit 1996 deutschlandweiter Holocaust-Gedenktag; am 27. Januar 1945 hatten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Oberbürgermeister Kurt Machens betonte bei seiner Ansprache die enorme Bedeutung von Zeitzeugenberichten für die Erinnerungsarbeit wider das Vergessen der schier unfassbaren Nazigreuel. Einen Beitrag dazu lieferte an diesem Abend Hans-Martin Buttler. Der Pastor im Ruhestand berichtete von seinem Vater Hans, der von den Nazis sechseinhalb Jahre lang in Gefängnisse und Konzentrationslager
gesperrt worden war. Gemeinsam mit seiner Frau Irmtraut und der Gymnasiallehrerin Heidi Schröder zitierte Buttler aus Briefen seines Vaters und anderen historischen Schriftstücken. Er führte allen Zuhörern so das menschenverachtende
Vorgehen des NS-Regimes vor Augen – und gleichzeitig das entwürdigende Ausgeliefertsein Andersdenkener, Unschuldiger. Schüler des zehnten Jahrgangs am Gymnasium Andreanum zeicheten mit ihrem Beitrag den fiktiven Lebenslauf eines Zehnjährigen in der Nazizeit nach, der von der Hitlerjugend bis zur Wehrmacht in die Strukturen der Naziherrschaft gepresst wurde. Die Schüler wollten mit ihrer Teilnahme demonstrieren, dass das Gedenken keine Frage der Generation sein muss – und darf. Dass leider auch Nazis der jüngeren Generation weiter aktiv sind, belegt die Tatsache, dass Rechtsextremisten für den 5. Juni eine Demonstration in Hildesheim unter dem Motto „Tag der deutschen Zukunft“ angemeldet haben (der KEHRWIEDER berichtete). Machens nannte den Plan der Nazis „eine ungeheure Provokation“ – ebenfalls am 5. Juni soll das Michaelis-Fest stattfinden, zu dem in der Michaelis-Kirche Vetreter von Michaeliskirchen aller Konfessionen aus ganz Europa erwartet werden.
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Hildesheimer Allgemeine Zeitung am 21.01.2010
Hildesheim – Neonazis: Aufmarsch zum Michaelisfest
Hildesheim (ph). Ausgerechnet zum Michaelisfest am 5. Juni haben Neonazis einen Aufmarsch in der Stadt angemeldet. Kirchen und Antifaschisten sind alarmiert. Drei Briefe zum Thema erreichten die Stadtverwaltung: Als erster meldete der bekannte Neonazi Dieter Riefling für den 5. Juni einen Aufmarsch zum „Tag der Zukunft“ vom Bahnhof zum Hindenburgplatz an. Im Brief zwei kündigte das „Bündnis gegen Rechts“ (die Federführung hat der DGB) drei Kundgebungen in der Innenstadt unter dem Motto „Bunt statt Braun“ an. Das Bündnis will die Stadt nicht den Rechten überlassen, schon gar nicht an diesem Tag. Brief drei kam aus der Superintendentur, Helmut Aßmann wies auf die internationale Bedeutung des 5. Juni hin. Sankt Michaelis habe Partnerkirchen aus ganz Europa eingeladen, an vielen Orten in der Innenstadt werde gefeiert, es sei ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Da wäre die Wirkung brauner Stiefelkolonnen auf ausländische Besucher verheerend.
Jetzt liegt der Ball in der Spielseite der Stadt. Die berät noch mit Kirche und Polizei, bestätigte ihr Sprecher Horst Richter. Die DGB-Vorsitzende Regina Stolte hofft auf ein Verbot des Neonazi-Aufmarsches. „Wir Hildesheimer wollen uns von denen nicht das Michaelisfest versauen lassen“, meint sie drastisch, „aber die anderen Tage des Jahres auch nicht.“
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Kehrwieder am Sonntag- 4.Oktober 2009
Kundgebung und Umzug für Juni 2010 geplant
Nazi-Demo geplant
Hildesheim. Norddeutsche Rechtsextremisten wollen im Sommer des kommenden Jahres erneut durch Hildesheim marschieren. Die Kundegebungen samt Umzug vom Bahnhof bis zum Hindenburgplatz und zurück hat der Neonazi Dieter Riefling aus dem Landkreis Hildesheim bei der Stadt bereits angemeldet. Riefling zählt zu den führenden Köpfen in der norddeutschen Naziszene der sogenannten “Kameradschaften” und “freien Nationalisten”. Rieflings Ehefrau Ricarda war bei der gerade vergangenen Bundestagswahl im Wahlkreis Hildesheim die Direktkandidatin der rechtsextremen Partei NPD. Die Demonstration am 5. Juni kündigen die Nazis als “Tag der deutschen Zukunft” und “Signal gegen Überfremdung” an.
Bereits im vergangenen Juni waren Neonazis, unter ihnen auch Dieter Riefling, unter diesem Motto durch Pinneberg gezogen.